Alina Fox
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Arbeitsmethodik II: Pencils / Inks:
Wenn die Story steht, geht's ans Zeichnen. Ich versuche eigentlich jede Seite vom Design her interessant zu machen, ohne mich zu sehr zu wiederholen und den Leser zu sehr zu verwirren. Auf der Seite, auf der der Auftrag erläutert wird, habe ich mich sehr direkt von Tony Daniel's "F5" lenken lassen und natürlich von den obligatorischen "Guten Morgen, Mr. Phelbs..."-Sektionen der im ersten Teil genannten TV-Serie, beispielsweise.
Wie auch schon im ersten Teil genannt, hat der englische Schauspieler Alan Rickman Pate gestanden für die Rolle von Alina's Mentor (den Namen hat er dann auch gleich mitgeliefert: Alan Mandric). Überhaupt lasse ich mich ganz gerne im Characterdesign von Schauspielern oder ähnlichem inspieren, vor allem wenn diese einen bestimmten Typ verkörpern. So war zum Beispiel Veronica Lake das Vorbild für Felicia Payne und Bruce Campbell als Autolycus für Pierre LeLoup, nach dem ich beide Figuren neu definieren wollte (im Falle Pierre's haben allerdings mein Freund und Kollege Guido Neukamm und ich verschiedene Designs gescribbelt, bis wir beide irgendwie auf demselben Punkt gelandet sind und mir fiel die Ähnlichkeit erst später auf, was ich aber hemmungslos ausnutzte). Ich habe ein Bild von Dana Andrews gefunden, das mich dann auf Claas van Tejm brachte, durch den extrem pissigen Gesichtsausdruck. Und Agamemnon Brown ist Gary Cooper im Ursprung gewesen.
Für die Szenen, die in klar definierten Gegenden oder Gebäuden spielen, oder für Gegenstände, die direkt in der Realität verhaftet sind, benutze ich auch eine Menge Bildmaterial (also die Pfalzkapelle, Karl's Schrein oder die Kristallschädel etwa) und versuche mich so genau wie möglich daran zu halten. Da wird dann auch ganz gerne mal durchgepaust, um es hundertprozentig hinzubekommen, meistens im Inking. Denn wenn die Pencils dann mal fertig sind, packe unter viel geächze und gestöhne das Monstrum von Lichttisch auf meinen Zeichentisch und schalte die Lämpchen an. Ich inke normalerweise mit Finelinern 0,1 und 0,7 für die Hintergründe und mit Scriptol und Feder die Figuren und mache den Rest schwarz mit 'nem Edding. Das geht einigermaßen flink und nach doch nur dreizehn Jahren bin ich mittlerweile endlich einigermaßen zufrieden damit. Einige Dinge füge ich auch erst am Computer dazu, wenn etwa eine Einstellung sich drei oder vier Bilder nicht ändert (Seite 1 im Heft) versuche ich erst gar nicht, das drei bis viermal genau gleich hinzubekommen, sondern zeichne den Hintergrund einmal und füge ihn dementsprechend oft ein. Allerdings coloriere ich alles einzeln - soviel Zeit muß dann sein und es wirkt dynamischer. A propos Dynamik. Ich versuche auch die Bildausschnitte sehr filmisch zu gestalten, Achsensprünge zu vermeiden, Ebenen einzuhalten (alle Augen in einer Panelreihe auf der selben Höhe z.B.) und in der Aktion nicht zu sehr zu hüpfen, damit der Leser dranbleibt.