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| Arbeitsmethodik I: Story: | ||
| Ich habe mich vor ein paar Wochen mit meinem
Co-Moderator im Comicforum darüber unterhalten, wie ich denn eigentlich
an Stories herangehe, bzw. wie meine Arbeitsweise wäre. Und nachdem wir
feststellten, dass wir da wohl sehr unterschiedliche Auffassungen haben,
wie sich eine Geschichte entwickelt, denke ich, es könnte vielleicht von
Interesse sein, wenn ich meine Gedanken dazu hier mal aufliste. Okay, ahem, here goes nothing... Da ich ja Alina Fox nun schon vor schlappen sieben Jahren entwickelte und die Figur dementsprechend lange bei mir rumgeistert, ist es recht schwer zu sagen, wo die Ideen nun wirklich herkommen: größtenteils entstehen sie einfach aus der Figur selbst heraus. Ab und an erinner ich mich dann auch an Dinge, die ich irgendwann mal ins Skizzenbuch gekritzelt habe und endlich mal verwenden kann, aber dazu später mehr. Meistens will ich eine bestimmte Art von Geschichte erzählen, die mich selbst interessieren würde. Dazu hab ich dann Filme, Bücher oder andere Medien im Kopf, die dieses Ziel am ehesten treffen würden. Nehmen wir mal beispielsweise das von uns gedruckte Heft, Alina Fox / Biien # 1 - das übrigens immer noch bestellt werden kann - und die darin enthaltende Story. Am Anfang dachte ich, ach du scheiße, wie sollst du auf nur acht Seiten eine abgeschlossen Geschichte erzählen, die Figur Leuten vorstellen, die davon noch nie gehört haben und gleichzeitig zeigen, was alles mit dieser Figur möglich ist. Ich entschloß mich dann ein "Mission:Impossible"-Szenario aufzubauen (also quasi Alina bekommt einen Auftrag, wird hereingelegt und muß nun ihr ganzes Können aufbringen, um ihrerseits die Fieslinge hereinzulegen und somit den Auftrag doch noch zu erledigen). Deswegen habe ich mir die ersten 10 Folgen der alten Fernsehserie reingezogen in der Hoffnung so etwas wie eine Strategie entwickeln zu können. Davon ist letztendlich herzlich wenig übrig geblieben, also habe ich versucht, wenigstens schon mal eine Rahmenhandlung hinzubiegen, die in die aktuelle Story passt (die mit den Kristallschädeln), womit die erste und letzte Seite feststanden. Dazwischen sollte dann ihr erster großer Auftrag kommen. Mein Freund und ehemaliger Webmaster schlug vor, ich sollte mir mal "Verlockende Falle" ansehen, wegen der Ausbildung zur Diebin durch Sean Connery - und wegen des Tanzes durch ein Laser-Feld, was ihn auf den Gag auf Seite 5 brachte (dadurch hatte ich schon mal eine Szene, um die sich der Rest bauen konnte). Ich selbst war begeistert von der Mentor-Rolle von Connery und meinte, Alina bräuchte auch so jemanden. Connery selbst ist mittlerweile so oft als Comic-Figur aufgetaucht, dass das nicht mehr komisch gewesen wäre, also mußte Alan Rickman als Vorlage herhalten. Damit hatte sich der größte Teil der Story bereits materialisiert: Alina erzählt von ihrem ersten Auftrag, den ihr ihr Mentor, als Abschlußarbeit sozusagen, gibt, er sie jedoch reinlegt und sie trotzdem irgendwie rauskommt. Auf die Idee mit Aachen als Schauplatz kam ich, als ich für die Ankündigung im Graphic Attack einen beschreibenden Text liefern mußte und noch keinen wirklichen Auftrag für Alina hatte. Den Blick über mein Bücherregal schweifen lassend, entdeckte ich Michael Moorcock's Elric-Saga, in der an einem Punkt Roland, Paladin Karls des Großen auftaucht. Karl ist in der Pfalzkapelle zu Aachen beerdigt - et voila! Ich glaube, ich habe ca. drei "drafts" dieser Story geschrieben und sie Josef Rother, dem deutschen Comic-Autor schlechthin, zum Lesen gegeben. Er hatte eine geniale Idee für einen Schlußsatz des Mentors, der letztendlich die gesamte Figur neu anlegte und sehr viel interessanter gestaltete. Ich schrieb also Version 4, Josef fand sie gut und ich machte mich an die eigentliche Arbeit des Zeichnens... |
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